Spiele auf der Hochzeit – Ja oder lieber Nein?
Zwischen Stimmungskiller und Partykracher: Was Hochzeitsspiele wirklich können
Da sitzt du nun – im frisch gebügelten Kleid, dein Lieblingsmensch neben dir, das Glas Sekt in der Hand. Die Gäste sind gut gelaunt, die Musik spielt dezent im Hintergrund. Und plötzlich steht Tante Renate auf, klatscht in die Hände und ruft fröhlich: „So, jetzt spielen wir alle mal das Schuhspiel!“
Hilfe…
Willkommen im emotionalen Minenfeld namens „Hochzeitsspiele“. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Und alle fragen sich: Brauchen wir das wirklich?
Wir sagen: Kommt drauf an! Und klären auf, was Hochzeitsspiele können – und wann du lieber darauf verzichtest.
Warum Hochzeitsspiele überhaupt?
Ganz einfach: Sie sollen die Stimmung lockern, für Lacher sorgen, Gäste miteinander ins Gespräch bringen – und im besten Fall unvergessliche Momente schaffen. Gerade wenn sich viele Gäste untereinander noch nicht kennen, kann ein kleines, gut dosiertes Spiel Wunder wirken.
Aber Vorsicht: Der Grat zwischen lustigem Eisbrecher und peinlicher Showeinlage ist schmal. Und nicht jeder Gast möchte plötzlich Karaoke singen oder mit Klopapier mumifiziert werden.
Pro: Spiele können Stimmung machen
Hier ein paar gute Gründe für Hochzeitsspiele:
✅ Auflockerung: Nach dem Essen ist oft ein kleines Stimmungstief. Ein Spiel zur richtigen Zeit bringt wieder Schwung rein.
✅ Gäste einbinden: Spiele holen auch die stilleren Gäste ins Geschehen.
✅ Lacher garantiert: Gut gemachte Spiele sorgen für echte, herzliche Momente.
✅ Erinnerungswert: Manche Aktionen bleiben einfach für immer im Gedächtnis – im besten Sinne.
Contra: Spiele können nerven
Und hier ein paar ehrliche Gründe, warum viele Paare auf Spiele verzichten:
🚫 Fremdscham: Nicht jeder steht gern im Mittelpunkt – auch nicht beim Schuhspiel vor 80 Leuten.
🚫 Länge: Ausufernde Spiele mit 20 Runden und 30 Regeln langweilen schnell.
🚫 Kitschfaktor: Nicht jeder mag Trällerspiele oder romantische Pärchen-Fragerunden.
🚫 Zeitfresser: Spiele kosten Zeit – oft mehr als man denkt. Zeit, die für Tanzen, Reden oder einfach Genießen fehlt.
Goldene Regel: Weniger ist mehr!
Wenn du Spiele einplanst, dann gezielt, passend und charmant. Zwei bis drei kleine Aktionen reichen völlig. Sie sollten weder den Abend sprengen noch den Tagesplan durcheinanderbringen.
Und: Frag euch selbst ehrlich – seid ihr ein Spielepaar? Oder eher Team „Lieber Drinks & DJ“?
Die besten Spiele – wenn schon, dann gut
Hier ein paar unkomplizierte, charmante Klassiker, die (fast) immer funktionieren:
Das Schuhspiel
Das Brautpaar sitzt Rücken an Rücken, in der Hand jeweils einen Braut- und einen Bräutigamschuh. Nun werden Fragen gestellt wie „Wer ist ordentlicher?“ oder „Wer hat beim ersten Date bezahlt?“. Beide zeigen mit dem passenden Schuh. Meist gibt’s viele Lacher – aber bitte: Nicht übertreiben mit der Länge!
Postkarten-Spiel
Gäste ziehen im Laufe des Abends (oder während des Essens) eine Postkarte mit einem Monat drauf. Sie versprechen, dem Paar genau in diesem Monat einen kleinen Gruß oder eine Einladung zu schicken – so bleibt der Kontakt auch nach der Hochzeit lebendig.
Wer bringt was mit?
Ein Spiel mit Symbolen auf den Tischen – z. B. ein roter Punkt bedeutet: „Du bringst dem Paar im November Plätzchen vorbei.“ So entstehen kleine Überraschungen über das erste Ehejahr hinweg.
Tanzspiele
Lust auf etwas Bewegung? Bei der „Reise nach Jerusalem mit Ehepaaren“ oder einem einfachen Tanzbattle (z. B. Kinder gegen Erwachsene) können alle mitmachen – ohne zu viel Show.
Was man sich (wirklich!) sparen kann
Nicht alles, was alt ist, ist automatisch kultig. Diese Spiele sind oft ein bisschen… zäh:
🚫 Zeitungstanz: Kennt jeder. Macht aber nur selten Spaß.
🚫 Hochzeitszeitung laut vorlesen: Nett gemeint – aber meist viel zu lang.
🚫 „Kennst du den Bräutigam gut?“ mit peinlichen Fragen: Bitte nicht.
🚫 Spiele mit Verkleidung, Anfassen oder Klamotten-Ziehen: Nope. Zu viel Fremdscham-Potenzial.
Team Braut oder Team DJ? – Eine Entscheidungshilfe
Stellt euch vor der Planung folgende Fragen:
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Möchtet ihr aktiv eingebunden werden oder lieber zuschauen?
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Kennt sich euer Freundeskreis untereinander gut – oder braucht es ein bisschen Anlaufhilfe?
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Passt ein Spiel zu euch – oder fühlt es sich aufgesetzt an?
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Habt ihr schon ein dichtes Programm (z. B. viele Reden, Live-Musik)? Dann lieber ohne Spiele.
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Habt ihr kreative Freunde, die selbst gern etwas vorbereiten? Dann lasst euch überraschen – aber mit Grenzen.
Fazit: Spielen ja – aber bitte mit Herz (und Hirn)
Hochzeitsspiele sind wie Dessert: Nicht zwingend nötig, aber wenn gut gemacht, ein echtes Highlight. Sie können verbinden, auflockern und zum Lachen bringen – oder einfach nur peinlich sein. Die gute Nachricht: Ihr entscheidet, was auf eure Hochzeit passt. Und ob das „Spiel“ nun eine gemeinsame Tanzeinlage, ein Bierpong-Turnier oder einfach ein lockerer Tischwitz ist – Hauptsache, es passt zu euch.
Also: Spielt, wenn ihr wollt. Und lasst es, wenn ihr keine Lust habt. Eure Gäste werden euch auch so lieben – ganz ohne Wattebäuschchen-Weitwurf.
Du planst gerade eure Feier und suchst nach kreativen Ideen, Spielvorlagen oder einem No-Go-Leitfaden? Dann klick dich durch unsere weiteren Beiträge – wir sind dein Wedding-Game-Advisor mit Herz.