Hochzeit mit Hund
Hochzeit mit Hund: So wird der Vierbeiner zum Ehrengast
Für viele Paare gehört der Hund längst zur Familie. Er war da, als man sich kennengelernt hat, hat die ersten gemeinsamen Urlaube überlebt, vermutlich das eine oder andere Sofa erobert und vielleicht sogar die Beziehungskrise auf dem Teppich liegend ausgesessen. Warum sollte er also ausgerechnet bei der Hochzeit zu Hause bleiben? Eine Hochzeit mit Hund kann wunderschön, emotional und ziemlich lustig werden. Schließlich gibt es kaum einen Ehrengast, der so zuverlässig für spontane Unterhaltung sorgt, keine Rede vorbereitet und garantiert keine peinliche Rede über die Ex-Partnerin hält. Damit aus dem tierischen Ehrengast allerdings kein vierbeiniger Hochzeits-Crasher wird, braucht es ein bisschen Planung.
Der wichtigste Gast braucht einen Dresscode
Natürlich muss der Hund nicht plötzlich im Smoking erscheinen. Wobei: Ein kleiner Hund im schwarzen Anzug kann durchaus mehr Likes bekommen als die Hochzeit selbst. Wer es etwas dezenter mag, kann mit einem hübschen Halsband, einer Schleife oder einem floralen Accessoire arbeiten. Bei der Auswahl gilt allerdings: Was niedlich aussieht, muss auch bequem sein. Ein Hund ist schließlich kein Dekoobjekt. Besonders wichtig ist, dass der Vierbeiner die Accessoires bereits vor der Hochzeit kennt. Wer ihm erst am Hochzeitstag eine riesige Blumenkrone aufsetzt, könnte feststellen, dass der Hund plötzlich sehr eigene Vorstellungen von Mode hat.Und die werden vermutlich lauten: runter damit!
Welche Rolle soll der Hund übernehmen?
Bevor der Hund zum Hochzeitstag eingeladen wird, sollte das Brautpaar überlegen, welche Aufgabe er übernehmen soll.Vielleicht bringt er die Ringe zum Altar? Eine wunderschöne Idee – zumindest theoretisch. Praktisch sollte man sich allerdings bewusst sein, dass Hunde die Bedeutung eines Eherings ungefähr so einschätzen wie die eines Tennisballs.Wer sich für die Ringübergabe entscheidet, sollte deshalb unbedingt mit einem Ersatzplan arbeiten. Die Ringe gehören besser nicht tatsächlich lose am Halsband, sondern werden sicher befestigt oder von einer anderen Person getragen.Eine besonders schöne Alternative: Der Hund läuft mit einem kleinen Schild vor dem Brautpaar ein. Darauf könnte stehen:„Hier kommen meine Menschen.“ Oder etwas weniger besitzergreifend: „Jetzt wird geheiratet. Endlich!“ Auch beim Einzug kann der Hund eine Rolle übernehmen. An der Leine neben einem Trauzeugen, einem Blumenkind oder einem Familienmitglied wirkt das besonders schön.
Der Hund als Ringträger – Hollywood lässt grüßen
Wenn der Vierbeiner gut erzogen, entspannt und einigermaßen zuverlässig ist, kann er tatsächlich zum Ringträger werden. Dafür gibt es spezielle Ringkissen, die am Geschirr befestigt werden können. Allerdings sollte die Ringübergabe niemals allein dem Hund überlassen werden. Denn selbst der besterzogene Golden Retriever kann plötzlich feststellen, dass irgendwo ein Schmetterling fliegt. Und dann heißt es nicht mehr: „Hiermit überreiche ich die Ringe.“ Sondern: „Holt ihn ein!“ Deshalb gilt: Der Hund darf die Hauptrolle spielen, aber ein Mensch sollte weiterhin Regie führen.
Die Trauung: Romantik trifft Realität
Die Vorstellung ist herrlich: Das Brautpaar steht vor dem Traualtar, die Musik läuft, alle sind gerührt und der Hund sitzt brav daneben. In der Realität könnte es auch so aussehen: Der Hund entdeckt einen interessanten Geruch, muss dringend irgendwo schnuppern, begrüßt während des Ja-Wortes einen Gast und beschließt anschließend, sich mitten auf das Kleid der Braut zu legen. Und genau deshalb sollte man nicht versuchen, den Hochzeitstag mit Hund komplett zu choreografieren. Hunde sind keine Schauspieler. Sie kennen das Drehbuch nicht. Und sie interessieren sich erstaunlich wenig dafür, ob gerade der emotionale Höhepunkt der Zeremonie stattfindet. Wenn der Hund während der Trauung unruhig wird, sollte eine vertraute Person ihn jederzeit nach draußen begleiten können. Das ist keine Niederlage, sondern vernünftige Hochzeitsplanung.
Fotos mit Fellnase? Unbedingt!
Hochzeitsfotos mit Hund können zu den schönsten Bildern des gesamten Tages werden. Das gilt besonders dann, wenn der Fotograf nicht versucht, den Hund zehn Minuten lang zu einem perfekten „Bitte genau jetzt süß schauen“-Moment zu zwingen. Besser: natürliche Situationen nutzen. Das Brautpaar läuft gemeinsam mit dem Hund über eine Wiese. Der Hund sitzt zwischen beiden. Die Braut kniet sich zum Vierbeiner. Der Bräutigam hält ihn auf dem Arm. Oder alle drei schauen einfach in dieselbe Richtung – zumindest ungefähr. Und wenn der Hund während des Shootings plötzlich seine Nase in den Brautstrauß steckt? Foto machen! Genau solche Momente erzählen später die Geschichte des Tages.
Der Hund braucht einen eigenen Hochzeitsplan
Während das Brautpaar mit Standesamt, Trauung, Sektempfang und Fotos beschäftigt ist, kann der Hund schnell überfordert sein. Deshalb sollte er einen festen Ansprechpartner haben. Idealerweise jemanden, den er gut kennt und dem er vertraut. Diese Person kümmert sich um Wasser, Futter, Spaziergänge und kleine Pausen. Auch ein ruhiger Rückzugsort ist wichtig. Gerade bei großen Hochzeiten mit Musik, vielen Menschen und ständig neuen Gerüchen kann selbst der geselligste Hund irgendwann genug haben. Ein Körbchen in einem ruhigen Raum, eine vertraute Decke und ein paar Lieblingsleckerlis können wahre Wunder wirken. Und bitte nicht vergessen: Wasser! Während Menschen auf der Hochzeit irgendwann beim dritten Glas Sekt angekommen sind, braucht der Hund weiterhin ganz gewöhnliches Leitungswasser. Er hat schließlich keine Einladung zur Cocktailbar.
Was tun bei vielen Gästen?
Nicht jeder Mensch ist automatisch ein Hundefreund. Manche haben Angst, andere Allergien und wieder andere möchten einfach nicht von einem enthusiastischen Labrador angesprungen werden. Deshalb sollte das Brautpaar seine Gäste ein wenig im Blick behalten.
Besonders bei kleinen Kindern ist Vorsicht sinnvoll. Auch der freundlichste Hund kann gestresst reagieren, wenn plötzlich zehn Kinder gleichzeitig an ihm herumfummeln. Ebenso sollte das Buffet möglichst hundesicher sein. Ein unbeaufsichtigter Teller mit Bratensoße, Schokolade oder anderen ungeeigneten Lebensmitteln kann für den Vierbeiner gefährlich werden. Und seien wir ehrlich: Ein Hund, der sich selbst am Buffet bedient, ist zwar lustig – aber nicht unbedingt der Programmpunkt, den das Catering eingeplant hat.
Hochzeitstorte für den Hund?
Warum eigentlich nicht? Natürlich muss der Hund keine klassische Hochzeitstorte mit Fondant und drei Etagen bekommen. Es gibt inzwischen spezielle Hundekuchen, die auf die Bedürfnisse von Vierbeinern abgestimmt sind. Ein kleiner eigener „Hundekuchen“ kann sogar eine schöne Idee für die Fotos sein. Dabei sollte allerdings niemand auf die Idee kommen, den Hund vom Brautpaar die Hochzeitstorte anschneiden zu lassen. Ein Messer in Kombination mit vier Pfoten und einem enthusiastischen Hund ist eher etwas für eine Comedyshow.
Der große Auftritt auf der Tanzfläche
Beim Hochzeitstanz kann der Hund selbstverständlich dabei sein. Ob er allerdings tatsächlich mittanzt, sollte man von seinem Charakter abhängig machen. Manche Hunde genießen die Aufmerksamkeit und legen sich entspannt neben das Paar. Andere sehen die kreisenden Bewegungen als Einladung zum Mitmachen. Besonders bei langen Kleidern sollte man aufpassen. Ein neugieriger Hund kann sich erstaunlich schnell in einer Schleppe verheddern. Und spätestens wenn der DJ „I Gotta Feeling“ auflegt und der Hund plötzlich mitten auf der Tanzfläche steht, sollte man die Situation einfach genießen.
Und wenn der Hund gar keine Lust hat?
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt: Der Hund muss nicht. Wenn er große Menschenmengen nicht mag, bei Musik gestresst ist oder mit fremden Umgebungen schlecht zurechtkommt, ist es völlig in Ordnung, ihn nur für bestimmte Teile der Hochzeit einzuplanen. Vielleicht kommt er zur Trauung und zum Fotoshooting und verbringt den Abend anschließend bei einer vertrauten Person. Denn eine Hochzeit soll auch für den Hund ein schöner Tag sein – und nicht sechs Stunden Dauerstress mit 120 fremden Menschen, Discokugel und Polonaise.
Fazit: Hauptrolle ja, Verantwortung nein
Eine Hochzeit mit Hund kann unglaublich persönlich und emotional werden. Der Vierbeiner gehört schließlich zur Familie und darf deshalb ruhig einen besonderen Platz am großen Tag bekommen. Ob als Ringträger, Blumenmädchen-Ersatz, Fotomodel, Begrüßungskomitee oder einfach als treuer Begleiter: Die Möglichkeiten sind vielfältig. Das Wichtigste ist allerdings, den Hund nicht zu vermenschlichen. Er muss weder perfekt posieren noch fünf Stunden stillsitzen. Und wenn er beim Ja-Wort bellt, beim Fotoshooting wegläuft oder beim Sektempfang lieber ein Nickerchen macht, ist das eben so. Vielleicht sind es gerade diese ungeplanten Momente, an die sich später alle erinnern. Denn am Ende soll die Hochzeit nicht perfekt inszeniert sein. Sie soll euer Tag sein. Und wenn dazu ein wedelnder Schwanz, vier Pfoten und ein bisschen Hundechaos gehören, dann ist das vielleicht sogar die schönste Art von Perfektion.