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BRAUTMAID MAGAZIN · Catering · Planung

Wie ihr unterschiedliche Essgewohnheiten entspannt plant

Am Tisch sitzt später vielleicht die Freundin, die seit Jahren vegan lebt, daneben der Cousin mit Zöliakie und gegenüber die Tante, die Fleisch grundsätzlich ablehnt. Und irgendwo dazwischen sitzt ihr und versucht herauszufinden, ob eure Hochzeit gerade ein Fest oder doch heimlich ein kleines Catering-Symposium wird.
Vegetarisch, vegan, glutenfrei bei der Hochzeit planen

Keine Sorge: So kompliziert muss es nicht werden. Unterschiedliche Ernährungsweisen gehören bei vielen Hochzeiten inzwischen ganz selbstverständlich zur Planung. Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb nicht darin, für jeden Gast ein komplett eigenes Menü zu organisieren. Viel wichtiger ist, rechtzeitig zu wissen, wer was braucht, was davon eine persönliche Vorliebe ist und wo tatsächlich besondere Vorsicht notwendig ist.

Erst einmal herausfinden, was eure Gäste wirklich brauchen

Schon bei der Einladung könnt ihr die Frage nach besonderen Ernährungsbedürfnissen unkompliziert unterbringen. Ein kurzer Hinweis wie „Bitte gebt uns bei der Zu- oder Absage Bescheid, wenn ihr vegetarisch, vegan oder aus gesundheitlichen Gründen bestimmte Lebensmittel nicht essen könnt“ reicht meistens völlig aus. Damit bekommt ihr wesentlich bessere Informationen, als wenn ihr irgendwann zwischen Sitzplan und Tischdeko versucht, euch an einzelne Gespräche vom letzten halben Jahr zu erinnern.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Ernährungsweise, Unverträglichkeit und Allergie. Wer kein Fleisch essen möchte, braucht eine andere Lösung als jemand, der auf ein bestimmtes Lebensmittel allergisch reagiert. Bei einer medizinisch notwendigen glutenfreien Ernährung kann außerdem eine unbeabsichtigte Verunreinigung ein Problem sein. Solche Angaben solltet ihr deshalb nicht als bloße Sonderwünsche behandeln, sondern frühzeitig und konkret mit eurem Catering besprechen.

Gerade bei Allergien gilt: Nicht selbst interpretieren oder eine vermeintlich sichere Alternative versprechen. Fragt nach, was genau ausgeschlossen werden muss und wie der Caterer damit umgeht. Je genauer die Information ist, desto leichter kann das Küchenteam damit arbeiten.

Ihr braucht nicht automatisch drei verschiedene Menüs

Die gute Nachricht: Ein Hochzeitsmenü muss nicht aus einem klassischen Gericht, einem vegetarischen Gericht und einer veganen Sonderlösung bestehen, die alle gleichzeitig auf den Tisch kommen. Viel eleganter kann es sein, das Menü von Anfang an so zusammenzustellen, dass möglichst viele Komponenten für unterschiedliche Gäste funktionieren.

Ein gutes Beispiel ist ein Buffet mit mehreren Gemüse-, Beilagen- und Salatkomponenten, bei dem nicht alles zwangsläufig mit Butter, Sahne oder Fleisch zubereitet wird. Auch beim Menü lassen sich einzelne Gänge so planen, dass die vegetarische oder vegane Variante nicht wie die traurige Nebenrolle aussieht, die kurz vor dem Hauptgang aus der Küche geschoben wird.

Genau hier lohnt sich das Gespräch mit eurem Caterer. Statt einfach zu fragen, ob vegetarische oder vegane Gerichte möglich sind, beschreibt lieber eure Gästesituation. Wie viele Gäste essen vegetarisch? Wie viele vegan? Gibt es Allergien oder medizinisch notwendige Ausschlüsse? Und lässt sich das geplante Menü so verändern, dass mehrere Gäste dasselbe Gericht genießen können?

Das kann sogar die Menüplanung vereinfachen. Wenn eine Beilage ohnehin vegan ist und das Gemüse nicht in Butter geschwenkt wird, müssen daraus nicht plötzlich drei verschiedene Teller entstehen. Gleichzeitig sollte aber niemand das Gefühl bekommen, lediglich die Beilagen des normalen Menüs serviert zu bekommen.

Vegan sollte nicht einfach „ohne Fleisch“ bedeuten

Bei einer veganen Ernährung fallen nicht nur Fleisch und Fisch weg. Auch Milchprodukte, Eier und andere tierische Zutaten können eine Rolle spielen. Das klingt selbstverständlich, wird bei großen Buffets aber schnell unübersichtlich, wenn beispielsweise Dressings, Saucen, Desserts oder kleine Häppchen dazukommen.

Deshalb lohnt es sich, das gesamte Menü anzuschauen und nicht nur den Hauptgang. Ein veganes Gericht ist wenig hilfreich, wenn die passende Sauce mit Sahne zubereitet wird oder beim Dessert plötzlich nur Obst übrig bleibt.

Gerade bei einer Hochzeit kann es schön sein, vegane Komponenten nicht als Sonderprogramm zu behandeln. Ein gutes Gemüsegericht, ein aromatischer Salat, ein kreativer Gang oder ein Dessert können problemlos allen Gästen angeboten werden. Dann wird aus „vegan“ keine Extrawurst, sondern einfach ein Teil des Menüs.

Glutenfrei ist noch einmal eine andere Baustelle

Bei glutenfreier Ernährung solltet ihr genauer hinschauen, besonders wenn gesundheitliche Gründe dahinterstehen. Gluten steckt nicht nur offensichtlich in Brot, Pasta oder Kuchen. Auch Saucen, Panaden oder verarbeitete Zutaten können relevant sein.

Wenn ein Gast ausdrücklich angibt, dass er glutenfrei essen muss, sollte diese Information direkt an den Caterer weitergegeben werden. Bei einer Erkrankung wie Zöliakie geht es zudem nicht nur um die Zutaten selbst, sondern auch darum, eine unbeabsichtigte Kontamination zu vermeiden. Ob und wie das in der jeweiligen Küche umgesetzt werden kann, sollte deshalb der Caterer beantworten.

Das bedeutet für euch vor allem: Nicht selbst zum Zutatenlexikon werden. Eure Aufgabe ist es, die Information zuverlässig weiterzugeben und gemeinsam mit dem Profi eine sichere Lösung zu finden.

Das Buffet kann vieles einfacher machen – muss es aber nicht

Ob Buffet oder Menü besser funktioniert, hängt nicht allein von den Ernährungsformen eurer Gäste ab. Ein Buffet bietet den Vorteil, dass sich viele Gäste ihre Auswahl selbst zusammenstellen können. Das kann bei vegetarischen und veganen Gästen praktisch sein, weil verschiedene Komponenten kombiniert werden können.

Bei vielen unterschiedlichen Allergien kann ein Buffet allerdings auch unübersichtlich werden. Dann sind klare Kennzeichnungen besonders wichtig. Wer darf was essen? Welche Sauce enthält Milch? Ist das Dessert vegan? Welche Speisen sind glutenfrei? Eine gut lesbare Menü- oder Buffetkennzeichnung kann hier viel Stress herausnehmen.

Beim gesetzten Menü ist dagegen klarer definiert, was auf welchem Teller landet. Dafür muss vorher genauer geplant werden, wer welche Variante bekommt. Auch hier gibt es keine allgemeingültige Lösung. Entscheidend ist, was zu eurem Catering, eurer Gästezahl und eurem Hochzeitskonzept passt.

Sprecht mit dem Caterer nicht erst kurz vor der Hochzeit

Ernährungswünsche gehören in das Cateringgespräch, sobald ihr ungefähr wisst, wer zu eurer Hochzeit kommt. Ihr müsst beim ersten Termin noch nicht die komplette Gästeliste mit 87 Namen vorlegen. Aber ihr solltet das Thema früh ansprechen und klären, welche Möglichkeiten der Caterer grundsätzlich anbietet.

Spätestens wenn die Rückmeldungen eurer Gäste eingegangen sind, wird es konkret. Dann könnt ihr die tatsächlichen Zahlen weitergeben und gemeinsam festlegen, welche Varianten benötigt werden. Bei wenigen vegetarischen oder veganen Gästen kann eine gemeinsame Menüplanung ausreichen. Bei mehreren unterschiedlichen Anforderungen kann es sinnvoll sein, einzelne Komponenten gezielt anzupassen.

Lasst euch außerdem erklären, wie die Speisen am Hochzeitstag gekennzeichnet werden und wer im Zweifel weiß, welches Gericht für welchen Gast geeignet ist. Besonders bei Allergien sollte nicht geraten werden müssen.

Und was ist mit der Hochzeitstorte?

Auch die Torte gehört in diese Planung. Vegetarisch ist bei einer klassischen Hochzeitstorte meist kein Thema, vegan oder glutenfrei kann dagegen eine eigene Rezeptur erfordern. Das solltet ihr nicht erst am Nachmittag der Hochzeit feststellen, wenn bereits alle Stücke angeschnitten sind.

Sprecht deshalb auch mit Konditor oder Konditorin über die Ernährungsformen eurer Gäste. Vielleicht lässt sich die Haupttorte entsprechend gestalten. Vielleicht ist aber auch ein separates kleines Dessert die sinnvollere Lösung. Beides kann funktionieren – wichtig ist, dass die betreffende Person tatsächlich etwas bekommt, das sie essen kann und nicht lediglich einen Teller mit Beeren.

Am Ende geht es bei der Verpflegung eurer Gäste nicht darum, jede individuelle Ernährungsweise möglichst kompliziert abzubilden. Es geht darum, aufmerksam zu planen. Wer vegetarisch oder vegan lebt, möchte meistens nicht den ganzen Abend erklären müssen, warum er bestimmte Dinge nicht isst. Und wer aufgrund einer Allergie bestimmte Zutaten vermeiden muss, möchte sich auf die Angaben des Caterers verlassen können.

Wenn ihr die Bedürfnisse früh abfragt, sie sauber an die Küche weitergebt und das Menü gemeinsam mit eurem Caterer plant, wird aus dem vermeintlichen Sonderfall meistens eine ganz normale Planungsfrage. Und genau das ist eigentlich die angenehmste Lösung: Niemand muss beim Essen lange darüber nachdenken, warum er etwas anderes auf dem Teller hat. Alle bekommen etwas, das zu ihnen passt – und ihr könnt euch wieder um die wirklich wichtigen Fragen kümmern. Zum Beispiel, wer eigentlich die Torte anschneidet.

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