Hochzeitsreise planen: Wann ihr buchen und worauf ihr achten solltet
BRAUTMAID MAGAZIN · Reise
Hochzeitsreise planen: Wann ihr buchen und worauf ihr achten solltet

Die Hochzeitsreise beginnt nicht erst am Flughafen
Eine Hochzeitsreise ist keine normale Urlaubsbuchung. Das klingt zunächst nach Romantik und Sonnenuntergang, bedeutet in der Praxis aber vor allem: Ihr solltet euch vorher ein paar Gedanken machen. Denn während beim klassischen Sommerurlaub ein kleiner Fehlgriff bei der Unterkunft vielleicht verschmerzbar ist, möchte man nach Monaten der Hochzeitsplanung nicht unbedingt in einem Hotel landen, dessen „ruhige Lage“ bedeutet, dass die nächste Straße 20 Meter entfernt ist.
Überlegt deshalb zuerst, was ihr von der Reise eigentlich erwartet. Wollt ihr nach der Hochzeit zwei Wochen am Strand liegen und möglichst niemanden sehen? Wollt ihr mit dem Mietwagen durch Italien fahren? Safari, Rundreise, Städtetrip oder eine Mischung aus Strand und Abenteuer? Auch die Jahreszeit spielt eine große Rolle. Nicht überall ist dann gerade das Wetter, das ihr euch für eure Hochzeitsreise vorgestellt habt.
Wann solltet ihr buchen?
Eine feste goldene Zahl gibt es nicht. Je nach Reiseziel, Reisezeit, Flugverbindungen und Unterkunft kann sich der passende Buchungszeitpunkt deutlich unterscheiden. Für eine Fernreise in der beliebten Reisezeit ist es sinnvoll, mehrere Monate im Voraus zu planen. Besonders dann, wenn ihr ein bestimmtes Hotel, einen bestimmten Flug oder eine besondere Zimmerkategorie im Auge habt.
Bei beliebten Flitterwochen-Zielen wie den Malediven, Mauritius, den Seychellen oder bestimmten Regionen in der Karibik kann frühes Buchen interessant sein. Nicht unbedingt, weil der Preis später automatisch steigt, sondern weil die Auswahl kleiner wird. Das schönste Zimmer mit Meerblick verschwindet schließlich nicht deshalb aus dem Angebot, weil es plötzlich niemand mehr haben möchte. Bei einer individuellen Rundreise gilt Ähnliches. Flüge, Mietwagen und besondere Unterkünfte sollten aufeinander abgestimmt werden. Je komplexer eure Reise, desto weniger sinnvoll ist die Strategie „Wir schauen einfach mal, was noch übrig ist“.
Für eine Reise innerhalb Europas kann dagegen etwas mehr Flexibilität möglich sein. Hier hängen Preise und Verfügbarkeit stärker vom konkreten Ziel und der Reisezeit ab. Wer bei Reiseziel und Termin flexibel ist, hat häufig mehr Möglichkeiten als ein Paar, das unbedingt an einem bestimmten Wochenende in ein bestimmtes Hotel möchte.
Erst das Reiseziel, dann der Preis
Ein häufiger Fehler ist, zunächst nach einem günstigen Flug zu suchen und anschließend zu überlegen, wohin man damit eigentlich fliegt. Besser ist die umgekehrte Reihenfolge. Legt zunächst fest, welche Art von Reise ihr möchtet. Danach könnt ihr verschiedene Ziele vergleichen. Ein Strandurlaub im Winter führt euch beispielsweise in eine andere Richtung als eine Wanderreise im September.
Und dann kommt der Punkt, den man bei Hochzeitsreisen gerne romantisch verdrängt: das Wetter. Regenzeit bedeutet nicht automatisch Dauerregen und Hurrikansaison nicht automatisch, dass ihr jeden Morgen den Sonnenschirm gegen einen Rettungsring eintauschen müsst. Trotzdem sollte man sich mit dem Klima am Reiseziel beschäftigen. Gerade bei Fernreisen lohnt sich deshalb ein Blick auf die beste Reisezeit und mögliche saisonale Besonderheiten. Wenn ihr für viel Geld eine Reise bucht, deren eigentliche Attraktion während eures Aufenthalts geschlossen oder wetterbedingt nur eingeschränkt nutzbar ist, ist das ziemlich unnötig.
Wie viel Zeit solltet ihr einplanen?
Auch hier gibt es keine allgemeingültige Regel. Zwei Wochen sind schön, zehn Tage können genauso funktionieren und eine verlängerte Woche kann die richtige Lösung sein, wenn ihr nach der Hochzeit nicht wochenlang weg könnt. Bedenkt allerdings die Anreise. Für einen Kurztrip nach Paris ist ein halber Tag Reisezeit noch relativ überschaubar. Bei einem Langstreckenflug mit Umstieg, Zeitverschiebung und anschließendem Transfer zum Hotel sieht die Rechnung anders aus.
Wenn ihr nur sieben Tage Urlaub habt, können drei Tage davon schnell aus Flug, Transfer und Jetlag bestehen. Bei Fernreisen ist es deshalb häufig sinnvoll, etwas mehr Zeit einzuplanen. Und noch etwas: Plant nicht zu knapp zwischen Hochzeit und Abreise. Am Tag nach der Hochzeit direkt um 6 Uhr zum Flughafen zu müssen, klingt auf dem Papier effizient. In der Realität sitzt ihr dann möglicherweise mit Sonnenbrille, drei Stunden Schlaf und einem Koffer voller noch ungeöffneter Glückwunschkarten im Taxi. Ein oder zwei Tage Luft dazwischen können erstaunlich angenehm sein.
Wie viel darf die Hochzeitsreise kosten?
Bei einer Hochzeitsreise darf man sich natürlich etwas gönnen. Aber „Flitterwochen“ ist kein Freifahrtschein für jedes Upgrade, das ein Reiseportal gerade anbietet. Überlegt euch lieber, wo ihr euer Geld wirklich einsetzen möchtet. Ist euch das Hotel wichtig? Dann gebt dort mehr aus und nehmt vielleicht einen etwas günstigeren Flug. Oder ist die Unterkunft eher Nebensache, weil ihr ohnehin den ganzen Tag unterwegs seid? Dann lohnt sich möglicherweise ein kleineres Hotel und dafür ein besonderes Erlebnis vor Ort.
Besonders sinnvoll ist es, vorher ein Gesamtbudget festzulegen. Nicht nur für Flug und Hotel, sondern auch für Transfers, Mietwagen, Ausflüge, Essen, Trinkgelder, Versicherungen und mögliche Zusatzkosten. Denn 4.000 Euro für Flug und Hotel können am Ende durchaus deutlich mehr als 4.000 Euro Reisebudget bedeuten. Gerade bei einer Hochzeitsreise lohnt sich deshalb ein kleiner finanzieller Puffer. Schließlich solltet ihr nicht während des ersten Abendessens am Urlaubsort anfangen zu rechnen, ob das Dessert noch ins Budget passt.
Prüft die Einreisebestimmungen rechtzeitig
Hier wird es weniger romantisch, aber dafür wichtig. Je nach Reiseziel können Reisepass, Visum, elektronische Einreisegenehmigung, Mindestgültigkeit des Reisepasses oder weitere Nachweise erforderlich sein. Auch Transitländer können eigene Regeln haben. Genau deshalb sollte die Hochzeitsreise nicht erst zwei Wochen vor Abflug komplett durchgecheckt werden.
Besonders wichtig ist der Name auf euren Reisedokumenten. Wenn ihr nach der Hochzeit einen neuen Nachnamen tragt, kann das eine zusätzliche organisatorische Baustelle werden. Passt der Name auf Reisepass und Flugticket nicht zusammen, solltet ihr nicht einfach darauf hoffen, dass das schon irgendwie funktioniert. Bei einer unmittelbar nach der Hochzeit startenden Reise kann es deshalb sinnvoll sein, die Reiseplanung und die Frage der Namensänderung frühzeitig miteinander abzustimmen. Welche Dokumente und Einreisevoraussetzungen gelten, hängt vom jeweiligen Reiseziel ab und sollte vor der Buchung beziehungsweise spätestens vor der Abreise anhand offizieller Informationen geprüft werden.
Reiseversicherung? Romantik hin oder her
Eine Hochzeitsreise kostet oft mehr als ein gewöhnlicher Urlaub. Damit wird auch die Frage nach einer passenden Reiseversicherung interessanter. Welche Versicherung sinnvoll ist, hängt von Reiseziel, Reisepreis und persönlicher Situation ab. Eine Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung kann beispielsweise relevant sein, wenn eine teure Reise aus bestimmten versicherten Gründen nicht angetreten oder vorzeitig beendet werden kann.
Bei einer Fernreise können außerdem Krankenversicherungsschutz und medizinische Bedingungen am Zielort wichtig sein. Entscheidend ist nicht nur, dass ihr eine Versicherung habt, sondern was tatsächlich versichert ist. Gerade bei teuren Reisen lohnt sich ein Blick in die Bedingungen mehr als ein Häkchen neben „Premiumschutz“.
Sagt ruhig, dass ihr frisch verheiratet seid
Ihr müsst nicht bei jeder Gelegenheit mit dem Ehering winken. Aber bei Hotel, Restaurant oder besonderen Ausflügen kann es durchaus sinnvoll sein, zu erwähnen, dass ihr auf Hochzeitsreise seid. Manche Hotels bieten spezielle Pakete oder Aufmerksamkeiten für Honeymooner an. Das reicht von einer kleinen Aufmerksamkeit bis zu speziellen Zimmerarrangements. Garantiert ist natürlich nichts.
Und vielleicht ist genau das ganz angenehm. Eine Hochzeitsreise muss nicht aus 14 Tagen Rosenblättern auf dem Bett bestehen. Manchmal ist ein gutes Zimmer, ein kaltes Getränk bei der Ankunft und die Erkenntnis, dass man die nächsten zehn Tage keinen Sitzplan mehr anschauen muss, völlig ausreichend.
Nicht jeden Tag verplanen
Gerade bei Rundreisen passiert schnell das Gegenteil von Erholung: Sehenswürdigkeit, Restaurant, Ausflug, nächster Ort, nächstes Hotel, nächster Sonnenaufgang. Klingt toll. Nach fünf Tagen kann es trotzdem anstrengend werden. Plant deshalb bewusst freie Zeit ein. Einen Vormittag ohne Programm. Einen Tag am Pool. Einen Nachmittag, an dem ihr einfach irgendwo sitzen bleibt, obwohl laut Reiseplan eigentlich noch drei Sehenswürdigkeiten auf euch warten.
Das ist übrigens auch ein guter Test für eure Eheplanungskompetenz: Wenn ihr euch auf der Hochzeitsreise darauf einigen könnt, einen ganzen Tag nichts zu tun, seid ihr organisatorisch vermutlich schon ziemlich weit. Und wenn einer von euch trotzdem unbedingt noch einen Wasserfall besichtigen möchte, habt ihr immerhin direkt das erste kleine Eheproblem gelöst.
Und wohin geht es nun?
Die klassische Hochzeitsreise muss längst nicht mehr automatisch aus Fernflug, Palmenstrand und einer Villa über dem Wasser bestehen. Portugal, Italien, Griechenland, Norwegen, Japan, Südafrika, Costa Rica oder eine kleine Rundreise durch mehrere europäische Länder können genauso gut funktionieren. Manche Paare möchten Abenteuer, andere Ruhe. Manche wollen morgens im Meer schwimmen und nachmittags eine Stadt erkunden. Wieder andere möchten einfach zwei Wochen lang ausschlafen.
Die richtige Reise muss deshalb nicht die sein, die auf Instagram am meisten nach Flitterwochen aussieht. Sie sollte zu euch, eurem Budget, eurer verfügbaren Zeit und dem passen, was ihr tatsächlich erleben möchtet. Dafür müsst ihr weder den teuersten Bungalow buchen noch sechs Monate lang jeden Tag einen Sonnenuntergang fotografieren. Manchmal reicht ein gutes Hotel, ein gut geplanter Flug und genügend Zeit füreinander. Der Rest darf ruhig ein bisschen nach Urlaub aussehen.












