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Ja sagen, wo andere Urlaub machen

Es gibt Paare, die planen ihre Hochzeit zwei Jahre im Voraus. Sie buchen eine Location, bevor überhaupt feststeht, wer eigentlich eingeladen wird, diskutieren zwölf verschiedene Tischdekorationen und führen Excel-Tabellen, bei denen selbst der Controller des Vertrauens nervös werden würde. Und dann gibt es Paare, die sagen: „Wir heiraten einfach in Dänemark.“ Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Aber Dänemark hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Lieblingsziel für Paare entwickelt, die heiraten möchten, ohne aus ihrer Hochzeit ein dreitägiges Großprojekt mit 140 Gästen, Sitzordnungskrisen und Onkel Rüdigers Alleinunterhalter-Auftritt zu machen. Denn in Dänemark kann man tatsächlich ziemlich unkompliziert heiraten. Und das Beste daran: Es fühlt sich nicht nach „wir erledigen schnell eine Formalität“ an, sondern durchaus nach einer kleinen Hochzeitsreise.

Warum eigentlich Dänemark?

Dänemark hat eine besondere Mischung, die für eine Hochzeit ziemlich unschlagbar ist: Meer, kleine Städte, hübsche Häuser, Wind in den Haaren und diese angenehm entspannte skandinavische Atmosphäre. Vor allem aber ist das Land für internationale Eheschließungen bekannt. Paare aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen Ländern reisen regelmäßig nach Dänemark, um dort zu heiraten. Ein Grund dafür ist die vergleichsweise unkomplizierte Bürokratie. Während man in Deutschland je nach persönlicher Situation, Wohnort und Dokumenten schnell das Gefühl bekommen kann, eine kleine Außenstelle des Standesamtes zu betreiben, sind die Abläufe in Dänemark häufig überschaubarer. Aber – und hier kommt das Kleingedruckte – unkompliziert bedeutet nicht automatisch: Koffer packen, hinfahren, „Ja“ sagen und wieder nach Hause. Auch in Dänemark braucht ihr Unterlagen. Und die zuständige dänische Behörde prüft, ob die Voraussetzungen für eine Eheschließung erfüllt sind. Welche Dokumente benötigt werden, hängt unter anderem von eurer Staatsangehörigkeit, eurem Familienstand und eurer persönlichen Situation ab. Deshalb gilt: Erst die Unterlagen klären, dann die Hochzeit buchen. Nicht andersherum.

Besonders beliebt: Ærø

Wenn man über Heiraten in Dänemark spricht, landet man ziemlich schnell auf der Insel Ærø. Die kleine Ostseeinsel ist fast schon ein Klassiker unter den Hochzeitszielen. Vor allem Ærøskøbing sieht aus, als hätte jemand ein skandinavisches Hochzeitsmotiv gebaut und dabei vergessen, die Kulisse nach dem Fotoshooting wieder abzubauen. Bunte Häuser, kleine Gassen, Kopfsteinpflaster und das Meer gleich in der Nähe. Dazu kommt eine entspannte Atmosphäre, die wunderbar zu einer kleinen Hochzeit passt. Viele Paare verbinden die Trauung deshalb gleich mit ein paar Tagen Urlaub. Ein bisschen Standesamt, ein bisschen Insel, gutes Essen, Spaziergänge am Wasser – und plötzlich ist die Hochzeit nicht nur ein Termin im Kalender, sondern eine kleine Reise. Und genau das ist vielleicht einer der größten Vorteile.

Heiraten mit weniger Tamtam

Eine Hochzeit in Dänemark muss übrigens keineswegs bedeuten, dass ihr heimlich zu zweit heiratet. Natürlich könnt ihr das machen. Ihr könnt aber genauso gut Eltern, Geschwister, Trauzeugen oder eure engsten Freunde mitnehmen. Gerade für Paare, die keine Lust auf eine riesige Feier haben, kann Dänemark eine schöne Alternative sein. Statt 100 Menschen durch einen kompletten Hochzeitstag zu dirigieren, sitzt ihr vielleicht nach der Trauung mit zehn Lieblingsmenschen am Tisch, es gibt ein gutes Essen und irgendwann stellt jemand fest, dass die Schuhe vom Kopfsteinpflaster ziemlich viel erlebt haben. Auch eine kleine Hochzeit darf schließlich Hochzeit sein.

Was kostet eine Hochzeit in Dänemark?

Das lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Und das ist auch gut so. Die Kosten hängen davon ab, wie ihr eure Hochzeit gestaltet. Dazu kommen die Gebühren für die Eheschließung beziehungsweise die Prüfung der Unterlagen, Reisekosten, Unterkunft, Kleidung, Fotograf, Blumen, Ringe und natürlich das, was man nach der Trauung so macht. Und da lauert der kleine Hochzeitsbudget-Kobold. Denn eine Trauung zu zweit kann natürlich relativ überschaubar bleiben. Wenn daraus allerdings ein verlängertes Wochenende mit zehn Gästen, Ferienhaus am Meer, Fotograf, Restaurant, Blumen, Mietwagen und Champagner wird, ist man auch in Dänemark schnell bei einem ordentlichen Hochzeitsbudget. Der entscheidende Unterschied ist deshalb weniger „Dänemark ist billig“, sondern eher: Ihr könnt sehr frei entscheiden, wie groß ihr eure Hochzeit machen möchtet. Und diese Freiheit ist ziemlich angenehm. Hier könnt ihr den Artikel zu den Kosten und welche Dokumente ihr als Deutsche Staatsbürger benötigt, lesen

Die Hochzeit und der Papierkram

Der weniger romantische Teil gehört trotzdem dazu. Vor der Hochzeit solltet ihr euch genau informieren, welche Voraussetzungen für euch gelten und welche Unterlagen benötigt werden. Das ist besonders wichtig, wenn einer von euch keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, bereits verheiratet war oder eure persönliche Situation etwas komplizierter ist. Die zuständige dänische Behörde prüft die Voraussetzungen. Je nach Fall können zusätzliche Dokumente oder Nachweise erforderlich sein. Auch nach der Hochzeit sollte man nicht einfach die Heiratsurkunde in die Schublade legen und vergessen. Für die Verwendung in Deutschland können je nach Dokument und persönlicher Situation weitere Schritte notwendig sein. Welche Formalitäten konkret erforderlich sind, sollte man vor der Reise mit den zuständigen Behörden klären. Das klingt jetzt wenig romantisch. Ist es auch. Aber ehrlich gesagt ist eine Stunde Papierkram vor der Hochzeit deutlich angenehmer als drei Wochen Papierkram danach.

Und dann kommt der schöne Teil

Ist alles geklärt, kann Dänemark seine eigentliche Stärke ausspielen: die Kulisse. Eine Hochzeit am Meer braucht nämlich erstaunlich wenig zusätzliche Dekoration. Wenn hinter euch das Wasser glitzert, der Wind durch die Haare weht und irgendwo eine Möwe sehr deutlich ihre Meinung zu eurem Hochzeitsfoto kundtut, braucht es nicht unbedingt noch 700 Trockenblumen und eine meterhohe Neon-Schrift. Gerade für moderne, kleine Hochzeiten ist das wunderbar. Ein schlichtes Kleid, ein schöner Anzug, ein Brautstrauß, gute Fotos – fertig. Und natürlich darf man sich schick machen. Auch wenn ihr „nur“ zu zweit heiratet, ist das kein Grund, im Outfit eines normalen Dienstagmorgens vor dem Standesamt aufzutauchen. Ihr heiratet schließlich.

Was ist mit dem Fotografen?

Unbedingt einplanen. Gerade wenn ihr nur zu zweit oder mit wenigen Gästen heiratet, sind Fotos besonders wichtig. Schließlich fehlen euch später die 120 Gäste, die zufällig mit ihren Handys dokumentiert haben, wie ihr aus dem Standesamt gekommen seid. Ein Fotograf kann den Tag viel mehr erzählen als nur mit fünf Bildern vom Ringtausch. Die Anreise, die kleine Gasse, das Kleid, die Aufregung vor der Trauung, der erste Spaziergang als Ehepaar und natürlich die Landschaft gehören genauso dazu. Und Dänemark ist für Hochzeitsfotos nun wirklich kein schlechter Arbeitsplatz.

Das Wetter? Nun ja …

Wir sollten über den Wind sprechen. Dänemark liegt am Meer. Das ist wunderschön. Und manchmal ziemlich windig. Wer von einer perfekt sitzenden Hochzeitsfrisur träumt, sollte deshalb vielleicht nicht ausschließlich mit dem Wettergott verhandeln. Aber auch das gehört irgendwie dazu. Ein bisschen Wind, ein dramatisch wehender Schleier und eine Frisur, die nach zehn Minuten ihre ganz eigene Persönlichkeit entwickelt, können auf Fotos sogar ziemlich gut aussehen. Nur den Regenschirm würde ich nicht zu Hause lassen.

Für wen ist eine Hochzeit in Dänemark interessant?

Vor allem für Paare, die sich eine kleinere, persönlichere Hochzeit wünschen und gleichzeitig Lust auf ein besonderes Erlebnis haben.Für Paare, die keine Lust auf jahrelange Planung haben. Für Paare, die lieber mit zehn Lieblingsmenschen am Meer sitzen als mit 120 Gästen eine Sitzordnung diskutieren. Und für Paare, die aus ihrer standesamtlichen Trauung gern ein kleines Hochzeitsabenteuer machen möchten. Denn genau das kann Dänemark sein: eine Hochzeit und gleichzeitig eine Reise. Natürlich ist auch dort nicht alles automatisch einfach. Die rechtlichen Voraussetzungen müssen stimmen, Unterlagen müssen rechtzeitig organisiert werden und die konkrete Planung sollte man nicht erst am Vorabend beginnen. Aber wenn das erledigt ist, kann man sich auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht. Auf euch.

Heiraten in Dänemark: weniger Hochzeitsshow, mehr Hochzeit

Vielleicht ist genau das der Grund, warum Dänemark für so viele Paare interessant ist. Es geht nicht darum, möglichst spektakulär zu heiraten. Es geht darum, einen Ort zu finden, an dem sich der Tag richtig anfühlt. Vielleicht steht ihr morgens in einem kleinen Hotel auf, trinkt Kaffee, macht euch fertig und seid nervöser als gedacht. Dann geht es zum Standesamt. Ihr sagt Ja. Vielleicht sind eure Eltern dabei, vielleicht nur eure Trauzeugen oder vielleicht wirklich niemand außer euch. Danach geht ihr ans Meer. Und irgendwann sitzt ihr beim Essen und stellt fest: Wir sind verheiratet. Kein riesiger Showdown. Kein Pflichtprogramm. Kein „Jetzt müssen wir aber noch schnell alle Tische fotografieren“. Einfach ihr zwei, eure Geschichte und ein ziemlich schönes Land drumherum. Und wenn das für euch nach einer guten Hochzeit klingt, dann könnte Dänemark tatsächlich eine ziemlich gute Adresse sein.

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